Die Geschichte des Fahrrads

Aktualisiert: 6. Okt. 2021

Die Geschichte des Fahrrads


Das Fahrrad erlangt in unserer heutigen Bevölkerung wieder immer mehr an Bedeutung. Rund 80% der deutschen Haushalte besitzen mindestens ein Fahrrad und rund 25% nutzen es mehrmals pro Woche. So selbstverständlich wie wir das Zweirad aber heute sehen war es nicht immer. Vor über 200 Jahren wurde das Fahrrad, noch ganz anders als wir es heute kennen, entwickelt, und stellte einen Meilenstein in der Entwicklung dar. Wie genau es von dem 1817 entwickeltem Rad zu unserem heutigem „modernen“ Fahrrad gekommen ist wollen wir euch im Folgenden erläutern.

Blicken wir zurück ins Jahr 1817. Dort wurde der Vorreiter zu unserem heutigen Fahrrad entwickelt: Die Draisine. Der damalige Großherzog Karl Freiherr von Drais hatte die Vision eines zweirädrigen, einspurigen Gefährts, auf dem der Fahrer sitzt und sich mit den Beinen abstößt. Die erste Laufmaschine war geboren. Das Vorderrad war lenkbar und der Fahrer saß auf einem gepolsterten Holzbalken. Es gab sogar eine feste Bremse. Der markante Unterschied zu unserem heutigen Fahrrad: die Draisine hatte keine Pedale. Der Fahrer hat sich mit seinen Füßen abgestoßen, ähnlich wie bei einem heutigen Laufrad. Trotzdem hat die Draisine in punkto Schnelligkeit überzeugt und man war schneller als der normale Fußgänger oder eine Postkutsche. Drais soll damals mit dem Gefährt eine Strecke von 50 Kilometern in vier Stunden zurückgelegt haben.


54 Jahre später, entwickelte der Franzose Ernest Michaux (in manchen Quellen ist auch von Pierre Lallement die Rede) den Tretkurbelantrieb ein. Der Laufmaschine wurden also die bisher fehlenden Pedale hinzugefügt. Die Pedale drehen sich nun mit dem Vorderrad zusammen. Dadurch, dass man eine schnellere Geschwindigkeit erreichen wollte, baute man das Vorderrad etwas größer als das Hinterrad. 1861 wurde also der nächste Schritt in Richtung unseres modernen Fahrrades geleistet. Dieses, als Tretkurbelvelociped bezeichnete Rad, hatte dann schließlich einen Metallrahmen, gefederte Sattelträger, Bremsen und Speichenräder mit Vollgummibereifung und wurden erstmalig in einer großen Stückzahl in einer Fabrik hergestellt. Somit hatte nun eine breitere Masse zugang zu dem neuen Verkehrsmittel.

Im Jahre 1869 verfeinerte der Elsässer Eugene Meyer den Vorgänger und fertigte den Rahmen, die Speichen und die Felgen aus Stahl. Das Vorderrad „seines“ Fahrrades war etwa dreimal so groß wie das Hinterrad. Das Hochrad war geboren. Ein Vorteil zu seinem Vorgänger war die erhöhte Geschwindigkeit. Jedoch kam es durch den hohen Schwerpunkt und der fortdauernden Vergrößerung des Vorderrads oft zu schweren Stürzen.

Das erste Sicherheitsfahrrad wurde dann um 1878 eingeführt. Die Besonderheit an der neuen Konstruktion war, dass das Hinterrad über eine Kette angetrieben wurde. Dadurch konnte man auf das große Vorderrad verzichten. Vorderrad und Hinterrad waren nun beide gleich groß. Damit wurde die Gefährdung vor Stürzen um einiges minimiert.


Doch erst 1885 konnte man schließlich vom modernen Fahrrad sprechen. John Kemo Starleys „Rover“ wird zu dessen Prototypen. Weshalb man ab diesem Fahrrad vom modernen Rad spricht ergibt sich aus der Form des Stahlrahmens, der sinnvollen Anordnung der Bedienungselemente und der gleich großen Räder, welches sich alles im Wesentlichen bis heute erhalten hat.

Drei Jahre später setzte sich der von John Boys Dunlop neu entwickelte Luftreifen gegenüber dem Gummireifen durch. Schon 1845 wurde der Luftreifen vom Engländer Robert William Thomson patentiert. Damals war die Erfindung jedoch noch wenig ausgereift und geriet in Vergessenheit. Dunlop sorgte dann rund 40 Jahre später für dessen Durchbruch.

1900 lässt sich die Firma Fichtel und Sachs eine Freilaufnabe mit Rücktrittbremse patentieren, welche sich nach Bedarf abschalten lässt. Die Rücktrittsbremse sorgt für mehr Sicherheit. Kurz darauf, im Jahre 1905 wurden vom Franzosen Paul de Vivie erste Kettenschaltungen mit Umwerfer für zwei verschiedene Übersetzungen getestet. Seither wird die bis heute bewerte Kettenschaltung immer weiter verfeinert und verbessert.

1933 erfolgte dann schließlich die erste zuverlässige Schnellschaltung. Diese wurde ebenfalls in den folgenden Jahren kontinuierlich verbessert. Die Schnellschaltung wurde vom italienischen Radprofi Tullio Campagnolo erfunden. Dieser gründete eine Firma mit dem gleichen Namen, die bis heute besteht und sich auf den Radsport spezialisiert hat.

Später entwickelten sich immer neue Rad-Typen. So gibt es heute Mountainbikes, Trekkingräder, Rennräder oder den modernsten Vertreter, das E-Bike.

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